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Der durchschnittliche Bedarf
im Rahmen der Hilfe zum
Lebensunterhalt (HLU) - Juli 2004
Daten-Quelle: ISG
(Köln)
1. Vorbemerkung
Der Regelbedarf der
Sozialhilfe (Hilfe zum Lebensunterhalt (HLU)) wird nach sog.
Regelsätzen bemessen; die Festsetzung der Regelsätze –
jeweils zum 1. Juli des Kalenderjahres – fällt in den Zuständigkeitsbereich
der Bundesländer. Seit 1993 ist die Höhe der Anpassung
allerdings immer wieder durch den Bundesgesetzgeber vorgegeben
worden. Zum 1. Juli 2000 und 1. Juli 2001 wurde die Erhöhung
der Regelsätze auf jenen Prozentsatz festgeschrieben worden, um
den sich der aktuelle Rentenwert verändert. Diese Regelung
wurde inzwischen bis zum Jahre 2004 verlängert.
Die Regelsätze umfassen die
laufenden Leistungen für Ernährung, hauswirtschaftlichen
Bedarf einschließlich Haushaltsenergie sowie für persönliche
Bedürfnisse des täglichen Lebens. Dazu gehören auch die
laufenden Leistungen für die Beschaffung von Wäsche und
Hausrat von geringem Anschaffungswert, für die Instandsetzung
von Kleidung, Schuhen und Hausrat in kleinerem Umfang sowie für
Körperpflege und für Reinigung. Der Eckregelsatz für
einen Haushaltsvorstand bzw. Allein Lebende beträgt im
Durchschnitt der alten Bundesländer monatlich 295 €.
Die abgeleiteten Regelsätze für weitere Haushaltsangehörige
richten sich nach deren Lebensalter und sind in Prozent des
Eckregelsatzes vorgegeben: bis zur Vollendung des 7.
Lebensjahres 50% des Eckregelsatzes (allein Erziehende: 55%),
vom Beginn des 8. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 65%,
vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 90%
und ab Beginn des 19. Lebensjahres 80%.
Bei der Ermittlung des
Gesamtbedarfs sind neben dem Regelbedarf die Kosten der
Unterkunft (Kaltmiete und Heizung) sowie einmalige
Leistungen für Bedarfe, die von den Regelätzen nicht
abgedeckt werden (z.B. Kleidung, Hausrat), zu berücksichtigen;
bestimmten Personengruppen (z.B. gehbehinderte Ältere,
Alleinerziehende) steht zudem ein Mehrbedarfszuschlag
zu.
Auf die so errechnete
Bedarfssumme wird das Einkommen der Bedarfsgemeinschaft
(Arbeitsentgelt, Entgeltersatzleistungen, Renten, Kindergeld,
Wohngeld etc.) bedarfsmindernd angerechnet. Die evtl. Differenz
zwischen Bedarfssumme und Einkünften wird als aufstockende
Sozialhilfe geleistet.
2. Durchschnittlicher
Bedarf im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt
Das Kölner Otto Blume
Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG)
schreibt die Berechnungen zum durchschnittlichen Bedarf im
Rahmen der HLU – getrennt nach alten und neuen Ländern –
periodisch fort. Zum Stand 1. Juli 2004 ergeben sich hiernach
die folgenden durchschnittlichen Bedarfe:
Alte Bundesländer (einschl.
Berlin)
|
Haushaltstyp
|
Regel-
sätze
|
Mehr-
bedarf
|
Kalt-
miete
|
Heiz-
kosten
|
einmalige
Leistungen
|
Bedarfs-
summe
|
|
in
€/Monat
|
|
Allein
Lebende/r
|
295 |
/ |
274 |
45 |
47 |
661 |
|
Ehepaar
|
531 |
/ |
354 |
61 |
87 |
1.033 |
|
mit
1 Kind
|
722 |
/ |
418 |
68 |
125 |
1.333 |
|
mit
2 Kindern
|
913 |
/ |
473 |
68 |
163 |
1.617 |
|
mit
3 Kindern
|
1.104 |
/ |
530 |
82 |
201 |
1.917 |
|
Allein
Erziehende/r mit
|
|
1
Kind unter 7 Jahren
|
457 |
118 |
354 |
61 |
79 |
1.069 |
|
2
Kindern zw. 7 und 13 Jahren
|
679 |
118 |
418 |
68 |
123 |
1.406 |
Neue Bundesländer
|
Haushaltstyp
|
Regel-
sätze
|
Mehr-
bedarf
|
Kalt-
miete
|
Heiz-
kosten
|
einmalige
Leistungen
|
Bedarfs-
summe
|
|
in
€/Monat
|
|
Allein
Lebende/r
|
283 |
/ |
208 |
42 |
45 |
578 |
|
Ehepaar
|
509 |
/ |
286 |
54 |
83 |
932 |
|
mit
1 Kind
|
692 |
/ |
332 |
63 |
120 |
1.207 |
|
mit
2 Kindern
|
875 |
/ |
373 |
72 |
157 |
1.477 |
|
mit
3 Kindern
|
1.058 |
/ |
416 |
74 |
194 |
1.742 |
|
Allein
Erziehende/r mit
|
|
1
Kind unter 7 Jahren
|
439 |
113 |
286 |
54 |
76 |
968 |
|
2
Kindern zw. 7 und 13 Jahren
|
651 |
113 |
332 |
63 |
119 |
1.278 |
|