![]() |
Quelle: |
|
Bundeskabinett
beschließt Maßnahmen zur Umsetzung des Reformkonzeptes der
Hartz-Kommission Das
Bundeskabinett hat heute 15 Eckpunkte für eine neue Ordnung auf
dem Arbeitsmarkt unter dem Motto Neue Beschäftigung -
schnelle Vermittlung - erstklassiger Service beschlossen. Die
Bundesregierung begrüßt und unterstützt die Empfehlungen der
Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt"
unter Leitung von Dr. Peter Hartz. Sie führen zum nachhaltigen
Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Umstrukturierung der
Bundesanstalt für Arbeit zu einem modernen Dienstleister. Die
Kommission hat am 16. August ein Gesamtkonzept zur
Modernisierung der deutschen Arbeitsmarktpolitik vorgelegt. Mit dem heutigen Beschluss der Bundesregierung beginnt die Umsetzung der Vorschläge. Hierbei setzt die Bundesregierung auf drei Handlungsebenen:
Die
15 Eckpunkte sind im Einzelnen: Schaffung
neuer Arbeitsplätze 1. Wir richten PersonalServiceAgenturen in jedem Arbeitsamtsbezirk ein. 2. Wir fördern Beschäftigung in privaten Haushalten. 3. Wir führen die Ich-AG bzw. Familien-AG als neue Form der Erwerbstätigkeit ein. 4. Wir nutzen und entwickeln regionale Potentiale in Ostdeutschland. 5. Wir führen den Job-Floater als innovatives Instrument ein. 6.
Wir führen Beschäftigungsbilanzen ein und prämieren Beschäftigungssteigerungen. Zusammenbringen
von Arbeitslosen und offenen Stellen 7. Wir führen JobCenter flächendeckend ein. 8. Wir vereinfachen das Leistungsrecht, setzen Beratungsteams ein und führen die Meldepflicht bei Kündigung ein. 9. Wir bauen das Angebot der Kinderbetreuung aus. 10. Wir kehren die Beweislast für Arbeitslose um und schaffen flexible Sanktionsmöglichkeiten. 11. Wir fördern die Ausbildung und Beschäftigung für junge Menschen. 12.
Wir
bauen ein Bridgesystem in Beschäftigung für ältere Menschen
auf. Kundenfreundliche
und effiziente Strukturen bei der Bundesanstalt für Arbeit 13. Wir vereinfachen die Instrumente der Arbeitsförderung und stärken den Wettbewerb. 14. Wir führen Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammen. 15.
Wir
gestalten die Aufgabenerledigung und das Controlling bei der
Bundesanstalt für Arbeit effektiver. Die
Umsetzung der Maßnahmen erfolgt in mehreren
Schritten in schneller Abfolge: Erstens:
Gesetzgeberische Schritte werden sofort eingeleitet. Die
Bundesregierung wird umgehend mit der Vorbereitung der
gesetzgeberischen Schritte beginnen. Sie beauftragt das
Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung federführend,
alle notwendigen Schritte einzuleiten, damit die erforderlichen
gesetzgeberischen und untergesetzlichen Maßnahmen sofort auf
den Weg gebracht werden können. Zur
Koordinierung und Beschleunigung der erforderlichen Arbeiten
wird das Bundesarbeitsministerium unmittelbar nach
Verabschiedung der Eckpunkte einen Staatssekretärsausschuss
einrichten, an dem Bundesfinanzministerium,
Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesministerium für Bildung
und Forschung und das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend beteiligt werden. Der Staatssekretärsausschuss
wird dem Bundeskabinett regelmäßig - erstmalig am 4. September
2002 - über die Umsetzung der Vorschläge der Kommission -
insbesondere zum Zeitplan und Stand der Erarbeitung der
notwendigen gesetzlichen Änderungen - berichten. Das
Arbeitsprogramm umfasst Änderungen von Vorschriften in den
Sozialgesetzbüchern, des Steuerrechts, anderer Gesetze, die
Ausarbeitung eines Programms durch die Kreditanstalt für
Wiederaufbau sowie zahlreiche Maßnahmen im Bereich der
Bundesanstalt für Arbeit. Zweitens:
Die Bundesanstalt für Arbeit wird sofort mit folgenden Maßnahmen
beginnen. 1.
Besserer Service für Arbeitnehmer und Arbeitsuchende u.a.
indem Vermittler von Verwaltungs- und Nebenaufgaben entlastet
werden. 2.
Beginn der Vorarbeiten zur Errichtung von Job-Centern u.a.
durch Verwaltungsvereinbarungen zwischen Arbeitsämtern und
Sozialämtern 3.
Ausbau von Internet und elektronischen Medien zur Unterstützung
der Vermittlung, insbesondere soll die unmittelbare
Kommunikation zwischen Arbeitgebern und arbeitsuchenden
Arbeitnehmern auf elektronischem Weg ermöglicht werden. 4.
Dienstleistungen für Arbeitgeber werden verbessert,
insbesondere die Beratung von Klein- und Mittelunternehmen;
Benennung fester Ansprechpartner für Großunternehmen;
Beratung bei der beruflichen Qualifizierung sowie Unterstützung
in Krisensituationen 5.
Einführung einer leistungsorientierten Bezahlung insbesondere
für Vermittler 6.
Einführung einer Quickvermittlung während der Kündigungsfrist,
bei der die Zielgruppen des Arbeitsmarktes - das sind
insbesondere Jugendliche, Langzeitarbeitslose, Behinderte und
Personen, die Kinder erziehen oder Pflegebedürftige betreuen
- im Mittelpunkt stehen. 7.
Um die Effizienz der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zu
steigern, wird ein regionales Arbeitsmarktmonitoring eingeführt. 8.
Errichtung von PersonalServiceAgenturen (PSA) durch die
Arbeitsämter im Wege eines Auftrags an ein privates
Unternehmen oder in eigener Trägerschaft des Arbeitsamtes. 9.
Unterstützung arbeitsloser Eltern und insbesondere
Alleinerziehender durch die Arbeitsämter bei der Vermittlung
von Kinderbetreuung (z.B. durch Verwaltungsvereinbarungen mit
Kommunen und Kreisen) 10. Erste Schritte zur Umsetzung der Strukturreform der Bundesanstalt für Arbeit (BA) durch
Die
Bundesregierung ist der Auffassung, dass mit der Umsetzung der
Maßnahmen weitere wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen
werden, Beschäftigungsmöglichkeiten konsequent zu nutzen und
Arbeitslosigkeit, insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit,
abzubauen und zu vermeiden. "Innovation und Gerechtigkeit
sind die beiden zentralen Begriffe des Regierungshandelns in
dieser Legislaturperiode. Wir unterstreichen dies noch einmal
mit der Übernahme des Hartz-Konzepts in die
Regierungspolitik", so der Bundesarbeitsminister. Minister Riester verwies darauf, dass seit der Regierungsübernahme im Jahr 1998 die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für Wachstum und Beschäftigung spürbar verbessert hat. Die Zahl der Erwerbstätigen ist seit 1998 um rd. 1,2 Mio. gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Jahresdurchschnitt 2001 gegenüber 1998 um 430.000 zurück.
|